Weit über drei Jahre hat es gedauert, jetzt ist es da: Piranha Bytes’ Rollenspiel-Epos führt Sie in eine fantastisch lebendige Welt voller Rätsel, Abenteuer und Gefahren....
Rechnerleistung:
Wer einen Rechner mit entsprechend leistungsfähigem Innenleben sein Eigen nennt, wird viel Freude und nur wenig Frust erleben. Da immer noch zwei Tage bis zur Veröffentlichung bleiben, und viele Fans jetzt verunsichert sind, haken wir die strittigen Punkte direkt zu Anfang ab:
Erstens, die Performance. Ihr braucht RAM. Viel RAM. Mit weniger als 1 GByte wird das Spiel zur Ruckelpartie. Besser gleich 2 GByte oder vier. Dazu eine kräftige CPU um die 3 GHz und nach Möglichkeit eine Grafikkarte der aktuellen Oberklasse. Damit lässt sich Gothic 3 dann schön flüssig spielen. Auf Normal-PCs leider nur mit erheblichen Abstrichen bei den Grafikdetails. Zweitens, sogenannte A-Bugs. Gemeint sind Programmfehler, die so gravierend sind, dass die Spielbarkeit erheblich leidet. A-Bugs habe ich keine gefunden. Dafür aber einige B-Bugs, falls dieses Wort existiert. Die NPC-Wegfindung ist beispielsweise noch verbesserungswürdig, es gibt manchmal Gegner-KI-Totalaussetzer, und der eine oder andere Nebenquest lässt sich nicht korrekt abschließen.
Gothic 3 versetzt uns abrupt in ein blutiges Scharmützel zwischen einem Dutzend Orks und Menschen. Ein Popup-Fenster erklärt nach dem Spielstart in wenigen Sätzen, wie man die Waffe benutzt, und schon beginnt die Action. Kurzer Linksklick für Standardschlag, Rechtsklick für einen schnellen Stich. Dazu kann man noch Blocken (Rechtsklick halten) und besonders kräftig zuschlagen (Linksklick lang). Klingt recht einfach, hat aber so gut wie nichts mehr mit dem Vorgänger gemeinsam. Wen soll ich hier eigentlich bekämpfen? Orks sind böse – das weiß ich aus Gothic 2 -, also prügele ich in dem Durcheinander schnurstracks auf alles ein, was ein Fell hat. Solange ich mit meinem Schwert („Orktöter“) von hinten auf die Rücken der Viecher einklopfe, läuft tatsächlich alles glatt. Das ist ja einfach! Ich klicke völlig wahllos mit der Maus, mal links, mal rechts. Klick-klick. Die Orks brechen zusammen! Ich habe es voll drauf! Klick-klick-klick. Dann dreht sich doch mal einer der Orks in meine Richtung und holt mit seiner Axt aus. Keine Sekunde später liegt mein Held röchelnd am Boden. Als er wieder auf den Beinen steht, ist der Kampf schon gelaufen. Wirklich verstanden, was hier gerade ablief, habe ich nicht. Aber das macht nichts, ich habe gesiegt, und ringsum liegen haufenweise Orkwaffen, die ich bereits vergnügt summend in meinen Rucksack stopfe. Ich muss zugeben, dass ich mir den Einstieg in Gothic 3 anders vorgestellt habe, gemütlicher. Ein einsamer Wolf hinter Xardas Turm hätte für den Anfang auch gereicht, denke ich grimmig. Während ich alle toten Gegner ausplündere, verdränge ich den Gedanken. Noch keine 15 Minuten gespielt, und schon Beute im Wert von locker über 1.000 Gold zusammen? So kann es von mir aus weitergehen! Ich bin bereit!
Nach dem hektischen Eröffnungskampf wird es ruhiger. Die perfekte Gelegenheit ausführlich mit allen NPCs des Dorfs zu plaudern, um ein aktuelles Bild der Lage zu kriegen. Selbige ist absolut düster. Während der Held mit seinen Kampfgefährten einige Monate auf der Ferieninsel Khorinis verbrachte, wurde das Königreich Myrtana von den Orks überrannt. Die Menschen wurden unterjocht und brutal versklavt. In der belagerten Hauptstadt herrscht zwar nach wie vor König Rhobar, aber ansonsten beschränkt sich der offene Widerstand auf im ganzen Land verstreute Rebellenlager. Je weiter man im Spiel vorankommt, umso komplexer wird das politische Gesamtbild. So gibt es etwa Menschen, die die Orks unterstützen, so genannte Ork-Söldner. Unter denen gibt es wiederum Untergrundkämpfer, die nur so tun als ob. Die Vertreter der dritten großen Fraktion, die Assassinen aus der Wüstenregion Varant, arbeiten der haarigen Besatzungsmacht zwar als Kopfgeldjäger zu, agiert sonst aber vollkommen eigenständig. Auch Magier Xardas ist zu einem späteren Zeitpunkt wieder mit von der Partie – aber, seltsam, warum unterstützt er jetzt die Orks? Dann wären da noch die Druiden, die Barbaren von Nordmar, die Diebesgilde und so weiter. Es ist nicht wichtig, gleich am Anfang zu verstehen, wer wen gut riechen kann. Kategorien wie Gut oder Böse sind in Gothic 3 ohnehin nebensächlich. Man kann aber grob gesagt einen von drei Storypfaden einschlagen, die zu unterschiedlichen Endsequenzen führen. Entweder man schließt sich den Rebellen, den Orks oder den undurchsichtigen Assassinen an. Es bleibt viel Zeit für diese Entscheidung, denn am Anfang teilen alle Fraktionen noch den selben roten Questfaden: unser früherer Weggefährte Lester begleitet uns nach dem Willkommens-Gemetzel weiter in das versteckte Rebellendorf Reddock, wo erste typische RPG-Aufträge warten. Wildschweine killen. Waffennachschub besorgen. Minecrawler kloppen. Bevor man sich versieht, ist das Questbuch gefüllt mit Aufträgen. Einige davon führen uns in benachbarte Siedlungen und Städte. Von dort aus ziehen sich die Questlinien wie Spinnenfäden immer weiter. Kreuz und quer durchs ganze Land. Lauf Forrest, lauf!
Piranha Bytes hat beim Questsystem hervorragende Arbeit geleistet. Die mehreren Hundert Aufträge leiten den Spieler immer geschickt dorthin, wo es wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Die durchgehende Story wird mit jedem erledigten Quest unaufhaltsam weiter gesponnen. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, wie ferngesteuert zu agieren. Die Illusion vollkommener Handlungsfreiheit bleibt, gerade weil man viele Aufträge auch auf zwei oder mehr Varianten lösen kann. Geht man einen Quest zu früh an, so zeigt einem das zuständige Monster einfach, wo es langgeht: Bamm. Tot. Also Spielstand laden und nochmal zurück in Gebiete mit zahmerer Fauna. Hier besteht fast kein Unterschied zum Vorgängerspiel. Da Myrtana ein viel größeres Land ist als Khorinis, helfen Euch Teleportrunen, die Laufwege im erträglichen Rahmen zu halten. In jeder der über 20 Städte und Dörfer versteckt sich irgendwo einer, allerdings ist es nicht immer leicht, den begehrten Zauberstein zu finden. Trotz Teleportsystem bleibt Eure Hauptbeschäftigung der Dauerlauf. Dabei ist der neu hinzugekommene Ausdauer-Balken ein nützlicher Wegbegleiter. Ist dieser ausreichend gefüllt, so kann man durch Halten der Shift-Taste einen ordentlichen Sprint über mehrere hundert Meter hinlegen. Mir begegnete kein Monster, das einen sprintenden Helden einholen kann. Das klingt nach Easy-Going, anschießen, weglaufen, anschießen, weglaufen, anschießen, aber ganz so leicht ist es bei starken Kontrahenten dann doch nicht.
Denn die meisten Gegner verstecken sich in Höhlen oder lauern in dichten Wäldern. Da die Designer offenbar mehr physikalischen Realismus in Spiel einbringen wollten, verlangsamt sich unser Lauftempo jetzt merklich in aufsteigendem Gelände - und kommt an steilen Abhängen zum Stillstand. Gute Idee eigentlich. Weil aber keine Höhle und kein Wald - ja eigentlich nichts in Myrtana - vollkommen ebenerdig oder kerzengerade ist, bleibt der Held gelegentlich mal zappelnd an kleinen Bodenerhebungen hängen ... während die Minecrawler einem buchstäblich den Arsch versohlen. Ein Bug, dem Piranha Bytes unbedingt seine Aufmerksamkeit schenken sollte! In Verbindung mit den teilweise etwas seltsamen Wegen, die manche NPCs einschlagen wollen, ergeben sich skurrile Szenen mit abgehackt hinter Felsen zuckenden Riesenungetümen, die ein sumpfkrautbenebelter Mensch aus drei Metern Entfernung seelenruhig mit Pfeil und Bogen zu Tode foltert. Ich sag nur Orkramme, und Eingeweihte wissen, was gespielt wird.
Kommen wir wieder zum Augenscheinlichen. Die Spielgrafik ist wirklich klasse, und 50% der genialen Gothic-Atmosphäre wird allein durch die Optik erzeugt, mit ihren wundervollen heruntergekommenen Dörfern und zwielichten Wäldern, Flüssen und Seen, Bergen und Tälern. Weitere 25% kommen übrigens aus dem tollen Symphonie-Orchester-Soundtrack. Mir fehlt das prosaische Talent, um hier dick genug aufzutragen. Begnügt Euch deshalb bitte mit einem ganz und gar unromantischen supergeil. Ein Vergleich mit dem vorherigen RPG-Throninhaber könnte helfen. Oblivions 3D-Engine läuft meiner Meinung nach etwas flüssiger als die von Gothic, aber die Piranha-Bytes-Welt wirkt insgesamt lebendiger und natürlicher – frisst dabei leider mehr Systemressourcen. Sowohl im Freien als auch in Gebäuden und Höhlen erscheint (in der höchsten Detailstufe auf einem schnellen SLI-System) alles fast zum Anfassen echt. Und anfassen kann man überall eine Menge: in den Häusern und Burgsälen stehen gefüllte Schüsseln, Obstkörbe und Tränke herum, und goldene Kelche und Vasen führen Langfinger in Versuchung. Beherzt zugreifen sollte man trotzdem nur, wenngerade keiner hinsieht, denn man kann es sich mit den Einwohnern ebenso schnell versauen wie einst in Gothic 2. Schon eine versehentlich eingesteckte Karotte reicht da. Einmal als „Du dreckiger Dieb!“ abgestempelt, ist man beim Mithumanoiden unten durch. Da hilft nur noch der Vergessen-Zauber. Zum Glück ist der Kontinent Myrtana weitläufig genug, so dass es für jede Ware (z.B. Nachschub an Pfeilen oder Alchemiezutaten) mindestens drei oder vier Händler gibt, die man mit seinen Teleportsteinen in wenigen Minuten komplett abgrasen kann. Da macht's dann gar nichts aus, wenn ein wichtiger Händler bei einem bedauerlichen Unfall ums Leben kam oder der Ruf in einer Stadt im Eimer ist. Durch das neue World-of-Warcraft-ähnliche Reputationssystem sprechen sich kleine Schandtaten ohnehin nicht gleich im ganzen Land herum. Jede Stadt und jede Fraktion hat ihr eigenes Ehrenpunktekonto, und selbst nachdem man die eine oder andere erfolgreiche Sklaven-Rebellion angezettelt hat, ist man zehn Kilometer südlicher ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Das Konzept aus Teil 2, dass der Zutritt zu bestimmten, besseren Stadtteilen erst mühsam verdient werden muss, wurde beibehalten. Natürlich zählt jetzt der gute Ruf als Eintrittskarte. Und wie verdient man sich Ruf? Richtig, durch Quests! Was gibt’s als Belohnung? Noch mehr Quests! Die sind zum Glück sehr abwechslungsreich, und bestehen nur selten im öden Einsammeln von X Gegenständen des Typs Y. Mal eskortiert man, mal kontaktiert man, mal duelliert man, mal stiehlt man, mal drückt man einfach nur Kohle ab.
Dieses Spiel ist so heiß wie meine Grafikkarte nach sechs Stunden 3D Mark 06! Gothic 3 bietet - außer Reitpferden - alles, was ich mir erwartet habe. Der Funke sprang sofort auf mich über, und ich werde das Abenteuer sicherlich dreimal durchspielen - weil ich es sowohl aus der Perspektive des spezialisierten Magiers, des Kriegers und des Bogenschützen erleben will. Das vielgelobte Oblivion schaffte es nicht, mich dermaßen in seinen Bann zu ziehen. Wir geben der aktuell vorliegenden Programmversion 9 von 10 Punkten, und verbinden die Wertung mit einem Quest für die geknechteten Morras von Piranha Bytes: „Der Schläfer befiehlt, die noch verbliebenen Bugs zu finden und rasch zu vernichten! Außerdem möge man sich den Programmcode dreimal durchlesen, um Wege zu finden, die Grafik-Performance auf allen PCs noch zu verbessern und vor allem die Ladezeiten zu verkürzen! Wenn Euch dies gelingt, so soll der zehnte Wertungspunkt Euch gehören, und Ihr sollt frei sein!“
Werden sie das schaffen? Vielleicht haben sie es ja vorgestern schon geschafft oder heute morgen. Ein Patch für den Veröffentlichungstag ist bereits seit längerem angekündigt. Eine telefonische Nachfrage bei Koch Media ergab gestern nichts neues: man wisse nicht, wann genau der Patch kommt, und welche Probleme er im Einzelnen behebt, aber relativ sicher sei, dass ein Bugfix noch diese Woche kommt. Wir bleiben am Ball für Euch.
Jemanden vernünftig über einen Titel mit solch vielfältigen Features und gigantischen Ausmaßen zu informieren, ohne dabei zuviel zu erzählen, fällt schwer. Wo soll man anfangen, welche Details erwähnt man, und was lässt man aus? Das furchtbare Wort „Spoiler“ hängt die ganze Zeit drohend über einem....
gothic 3 is für mich immer noch ein top spiel, auch wenn die fangemeinde nur am meckern ist. es stimmt schon am anfang waren enorm viele bugs im spiel, aber mittlerweile hatt sich das eigentlich fast alles erholt.
für mich stellt sich bloß die frage, wie wird der nachfolger, denn der puplicher hatt dem entwickler ja gekündigt. wenn es soweit ist wird sich auf jeden fall eines heraustellen, wer wirklich für die vielen bugs am angang verantwortlich war.
jowood, zwecks das spiel so schnell wie möglich auf den markt werfen oder piranyha bytes, wegen nicht folständiger entwicklung und testphase
jaja das spiel is einfach porno , super grafik , super handling , super story macht einfach nur spass auch für welche die net so drauf stehn kanns nur empfehlen